Christian Frosch
Vom 11. Juni bis 9. August 2008 wird das AtelierLaborMuseum von Christian Frosch für ein interessiertes Publikum im Hause E.ON Energie AG, Brienner Str. 40 zu sehen sein. Dieser Blick in Atelierräume – ein Ausdruck gewordenes künstlerisches Tagebuch – ist Teil einer eine Reihe künstlerischer Arbeiten, die zweimal jährlich auf der Piazza unseres Hauses zur Ausstellung gelangen.
Grundlage hierfür ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit Raum und Inhalt eines Gebäudes, das primär nicht durch die Kunst geprägt ist.
Die Kunsthistorikerin Marianne Hoffmann beschreibt das Werk Froschs wie folgt: „Malereiforschung ist seit 10 Jahren der Ausgangspunkt für die Arbeiten des Malers Christian Frosch. Auch wenn in diesen 10 Jahren nie ein Pinselstrich des Künstlers eine Leinwand berührt hat, so ist die Suche nach „Klon, Farb/Abstrich, oben/unten, Interdeck, Paperdeck“, um nur einige aufzuzählen, erfolgreich zu nennen. „Zur Forschung“, sagt Christian Frosch, „gehört das Atelier als Labor, als Ort der Versuchsreihen bis hin zur Produktion.“
Was einst mit der „Anatomisch-Pathologischen -Sammlung –Malerei“ begann, in einer Zeit, als es in der Kunstlandschaft keine malerische Gewissheit mehr gab, hat Christian Frosch zu einem Atelier-Labor-Museum erweitert. Die Untersuchungen zum Thema Farbe, Pinsel und Leinwände werden zusammengestellt und in eigens dafür konstruierten Räumen zur Schau gestellt. Gleich einem Naturwissenschaftler, der seine Schmetterlinge zerlegt, nimmt er die Malerei auseinander. Er zerlegt sie in Stücke, dokumentiert diesen Vorgang, archiviert das Ergebnis und reiht es in Regalen auf. Alles wird erfasst. Selbst Zigarettenstummel, Aspirintabletten, Abfallprodukte der Malereiforschung, werden aufbewahrt.
Der Betrachter bewegt sich durch Laborräume, in denen in Gläsern auf Stellagen die Mittel der Produktion ausgestellt werden. Gleichzeitig werden die Forschungsergebnisse ausgestellt. Die Präsentation erweckt in manchem Raum die Assoziation an ein Heimatmuseum. Die Vermischung von Arbeitsmaterialien und fertigen Arbeitsergebnissen ergibt eine neue eigenständige Arbeit. Die Untersuchungen geben ihr Ergebnis in einer Laborsituation wieder, machen sie neu erfahrbar. Der forschende Maler, wie Christian Frosch oft bezeichnet wird, stellt die Frage „Was ist Malerei?“ wieder in den Raum und präsentiert seine Erkenntnisse. Ob diese auch die Ergebnisse sind, die er sich mit seiner Malereiforschung erhofft, bleibt der Erkenntnisfreude des Betrachters überlassen. Die angeborene Neugier des Menschen, die Sammelleidenschaft, das alles wird in diesem Atelier-Labor-Museum zufrieden gestellt. […]“
