Die Preisträger und der Auswahlprozess

Mit dem E.ON Future Award wurden in diesem Jahr drei Dissertationen mit einem Preisgeld von jeweils 10.000 Euro sowie sechs Diplomarbeiten mit einem Preisgeld von je 5.000 Euro ausgezeichnet.

 

Eine hochkarätig besetzte Jury wählte die Preisträger in einem zweistufigen Verfahren aus. Zunächst erhielten Jurymitglieder die Bewerbungen in Form eines Executive Summary auf deutsch und englisch sowie ein Empfehlungsschreiben des betreuenden Professors.


Anhand eines Bewertungsbogens wählten sie 15 Arbeiten aus. Im zweiten Schritt wurden die im Vorfeld ausgewählten Kandidaten eingeladen, vor der gesamten Jury ihre Arbeit in einer Kurzpräsentation darzustellen. Im Anschluss daran wurden die Preisträger festgelegt.

 

Dipl.-Phys. Markus Dankerl
Titel: Entwicklung und Charakterisierung einer bio-elektrochemischen Brennstoffzelle

Lehrstuhl für Grenzflächen und Energieumwandlung, Prof. Dr. U. Stimming
Herr Markus Dankerl hat eine Brennstoffzelle entwickelt, bei der Enzyme als Katalysator eingesetzt werden. Bisher konnte nur Wasserstoff in Brennstoffzellen umgesetzt werden. Jetzt ist es möglich viele verschiedene und leicht erhältliche Brennstoffe wie Alkohole oder Zucker direkt in elektrische Energie umzuwandeln.

Dipl.-Ing. Florian Ettner
Titel: Analysis of the Acoustic Field in an Annular Combuster


Lehrstuhl für Thermodynamik, Prof. Dr.-Ing. Th. Sattelmayer
Herr Florian Ettner leistet in seiner Arbeit einen Beitrag dazu, thermisch angeregte Schwingungen in Gasturbinen vorherzusagen und vermeiden zu können. Ausgehend von analytischen Grundlagen hat er ein Programm geschrieben, mit dem sich im Experiment bestätigte Verbrennungsinstabilitäten vorhersagen ließen. Durch Anwendung der erzielten Ergebnisse können Gasturbinen in Zukunft nicht nur leiser, sondern auch effizienter und umweltschonender betrieben werden.

B. Sc. Georg Schroth
Titel: Raumfahrt-Kommunikation für Telepräsenzanwendungen


Lehrstuhl für Kommunikationsnetze, Prof. Dr.-Ing. E.Steinbach und Prof. Gerhard Hirzinger
Herr Georg Schroth hat neuartige, praktisch umsetzbare Lösungen für zuverlässige Telepräsenzanwendungen eines kraftreflektierenden Roboters konzipiert. Dieser soll auf der internationalen Raumstation feinmotorische Arbeiten mit großen Kontaktzeiten zur Bodenstation bei gleichzeitig geringen Signallaufzeiten ermöglichen. Diese gewonnenen Erkenntnisse wurden in einen echtzeitfähigen Simulator umgesetzt. Damit können neue, robuste Methoden für Raumfahrttelepräsenzanwendungen analysiert und bereits im Vorfeld erprobt werden.

Dipl.-Ing. Michael Strohmayr
Titel: Entwicklung und Auswertung eines taktilen Sensor nach biologischem Vorbild - Künstliche Haut für Roboter- und Prothesenhände


Prof. Gerhard Hirzinger - DLR & Prof. Erich Wintermantel TUM
Um Roboter- und Prothesenhände mit Fingerspitzengefühl ausstatten zu können werden taktile Sensoren benötigt. Dafür hat Herr Michael Strohmayr im Rahmen der vorgestellten Arbeit ein neuartiges Sensorkonzept nach dem Vorbild der menschlichen Haut entwickelt. Mit den erzielten Ergebnissen sind die Grundlagen für die künftige Realisierung einer sensiblen und zugleich serientauglichen künstlichen Haut geschaffen, womit feinfühlige Roboter- und Prothesenhände in greifbare Nähe rücken.

Dipl.-Ing. Alexander Tremel
Titel: Maßnahmen gegen den Leistungsabfall von Heatpipes bei der allothermen Wasserdampfvergasung


Lehrstuhl für Energiesysteme, Prof. Dr.-Ing. H. Spliethoff
Herr Alexander Tremel befasste sich in seiner Diplomarbeit mit der allothermen Vergasung von Biomasse. Für den Wärmeeintrag in den Vergaser werden Hochtemperatur-Heatpipes eingesetzt, die in der Vergasungsatmosphäre einen Leistungsabfall aufgrund der Wasserstoffindiffusion erfahren. Herr Tremel analysierte diese Problematik experimentell und entwickelte Modelle zur Auslegung wasserstoffresistener Heatpipes, die einen stabilen Betrieb des Biomasse-Vergasers ermöglichen.

Dipl.-Ing. Mariana Yordanova
Titel: Innovative Fassadenkonzepte: Die Fassade als Medium an der Schnittstelle von Architektur und Stadtraum


Lehrstuhl für Baurealisierung und Bauinformatik, Prof. Dr.Thomas Bock
Frau Mariana Yordanova entwickelte ein neues nachhaltiges Media- Fassadensystem. Das System wurde zuerst zum Deutschen Gebrauchsmuster und später auch zum Patent gemeldet. Es bietet eine technisch und gestalterisch fortgeschrittene Fassaden-Lösung an, die auf die Anforderungen unserer von neuen Kommunikationsmitteln durchströmten Gesellschaft reagiert und bietet gleichzeitig drei wesentliche Funktionen: Media, Solarenergie und Sonnenschutz. Das Fassadensystem wird unter dem Namen MediaBIOSe auf den Markt gebracht. Der erste funktionsfähige Prototyp wird auf der Messe "Light & Building" im April 2008 vorgestellt.

Dipl.-Ing. Stephan Braun
Titel: Theorie und Anwendung von Zeitbereichsverfahren zur normkonformen EMV-Emissionsmessung

Lehrstuhl für Hochfrequenztechnik, Prof. Dr. Peter Russer
In der Arbeit werden die Systeme zur Emissionsmessung von Elektromagnetischen Feldern im Zeitbereich vorgestellt. Durch ein neuartiges Konzept mit mehrstufigem Analog-Digital- Wandler-System hat Herr Stephan Braun die geforderte Dynamik erreicht. Mittels Verarbeitung des Zeitbereichssignals in Realzeit wird das Störsignal kontinuierlich ausgewertet. Das vorliegende System kann die Messzeit um bis zu 4 Größenordnungen reduzieren, und damit die Kosten für EMV-Messungen sowie den Time-to-Market für Produkte wie z.B. Autos reduzieren.

Dr.-Ing. Sebastian Perzlmaier
Titel: Verteilte Filtergeschwindigkeitsmessung in Staudämmen


Lehrstuhl für Wasserbau und Wasserwirtschaft, Prof. Dr.-Ing. Markus Aufleger
Herr Dr. Sebastian Perzlmaier hat in seiner Arbeit die sogenannte Aufheizmethode (dabei geht es um das Anlegen einer elektrischen Spannung, um auf Menge und Bewegung von Wasser in der Kabelumgebung rück schließen zu können) weiterentwickelt. Heute können erstmals Filtergeschwindigkeit und Sättigungsgrad in Böden verteilt gemessen werden. Daraus erwachsen vielfältige wasserbauliche Anwendungen, wie z.B. die Bewertung der erdstatischen Standsicherheit durchströmter Dämme.

Dr.-Ing. Ralf Tita
Titel: Variable isozentrische Steuerung für einen Standard-C-Bogen mit echtzeitfähiger 3D Rekonstruktion“ - Innovative 3D-Röntgen-Bildgebung für die Chirurgie


Lehrstuhl für Mikrotechnik und Medizingerätetechnik, Prof. Dr. Tim C. Lüth
Im Rahmen dieser Arbeit hat Dr. Ralf Tita ein neuartiges Konzept entwickelt, mit dem es möglich ist mit einem intraoperativen Röntgengerät (C-Bogen) Volumendaten ähnlich einem Computertomographen während einer Operation zu generieren. Dabei wurde der neue Ansatz der variablen Isozentrik verfolgt. Hierdurch ist es nicht mehr nötig, bildgebendes System und Patient exakt zueinander auszurichten, vielmehr passt sich das System variabel an die Lage des Patienten an.

E.ON Future Award 2007

Bilder zum E.ON Future Award 2007

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