Smart Grids
...und das Netz denkt mit
Es ist Nacht. Die Solaranlage auf dem Dach macht gerade Pause. Nicht so die Waschmaschine im Keller und das Elektroauto im Carport - beide nutzen den Windstrom, der gerade in großen Mengen bereitsteht für eine bunte Wäsche und eine Batterieaufladung. Der Startschuss dafür kam vom Smart Meter im Zählerschrank. Dieses zentrale Steuergerät verbindet Waschmaschine, Ladestation und auch die anderen Elektrogeräte im Haushalt. Es kennt alle Angebote vom Energielieferanten und kombiniert diese mit den Wünschen unserer Kunden. Diese Gerät "weiß": Das E-Auto wird am nächsten Tag nicht gebraucht. Entsprechend wird es am Vormittag einen Teil des Batteriestroms wieder freigeben und ins Netz zurückspeisen, wenn der Strombedarf überall steigt. Das Stromnetz und seine Assistenten "denken" selbstständig mit - sie erfassen und analysieren Energie-Bedarf und -Angebot und sind für Steuerung, Speicherung und Transport verantwortlich.
Zukunftsmusik? Ja und Nein. Natürlich wird es noch eine Weile dauern, bis die Vision der "mitdenkenden" Stromnetze, der sogenannten Smart Grids, Wirklichkeit wird. Aber wir bei E.ON sind schon auf dem Weg.
Intelligente Netze bei E.ON
Smart Grids sind intelligente Netze, weil sie über innovative Informations- und Kommunikationstechnologien verfügen. Bei den Übertragungsnetzen im Hochspannungsbereich ist das bei E.ON bereits gängige Praxis. Ihr Management läuft automatisiert, und das ferngelenkte Steuern großer Kraftwerke ist mittlerweile Routine. Hier werden parallel zum Strom große Datenmengen übertragen und verarbeitet, die zur Steuerung notwendig sind. Es gilt nun, diese Konzepte auch für die Mittel- und Niederspannungsnetze (Verteilnetze) nutzbar zu machen, durch neue Elemente zu ergänzen und dann alle Netzebenen systematisch miteinander zu kombinieren.
E.ON stellt sich dieser Aufgabe. In über 110 Einzelprojekten untersucht der Konzern bereits heute viele Aspekte rund um den Einsatz intelligenter Netztechnik. Der Fokus liegt dabei auf Erkenntnissen zum Lastfluss und dessen Abhängigkeit von Wind, Sonne, Verbraucherverhalten, Stromspeichern (z.B. E-Autos), der Integration in die bestehende Systemlandschaft (Netzleitsysteme) und dem Identifizieren von geeigneten Bauteilen für die Kommunikationstechnik in Trafostationen, Umspannwerken und Netzleitstellen.
Die Zukunft der Netze hat bei E.ON schon begonnen.
Neue Herausforderungen an das Netz
Der Umbau der Stromnetze, die bisher für den Stromtransport vom Kraftwerk hin zum Verbraucher verantwortlich waren, ist dringend nötig. Denn die Energiewelt wandelt sich: Erzeugungsanlagen wie Wind- oder Solarparks, die auf Erneuerbare Energiequellen zurückgreifen, nehmen weiter zu. Und damit der Anteil der Strommenge, die starken Schwankungen unterliegt. Auch verlagert sich die Erzeugung immer mehr in den dezentralen Bereich. Unsere Kunden installieren eine Solaranlage auf dem Dach oder ein Mini-Blockheizkraftwerk im Keller und werden so selbst zum Produzenten, der Energie ins Netz einspeist. Und die künftige Flotte der Elektrofahrzeuge bietet neue Speicherkapazitäten. Gleichzeitig wissen wir: Ein Auto steht im Durchschnitt 23 Stunden am Tag. Da bleibt viel Zeit, das Aufladen in günstige Tarif-Zeiten zu verschieben. Entsprechend komplexer wird die Aufgabe, Angebot und Nachfrage aufeinander abzustimmen. Im Mittelpunkt steht dabei das Stromnetz, das diesen Herausforderungen gewachsen sein muss.
