Mit gutem Gewissen Auto fahren
Interview mit Wilhelm Kirchensteiner, Testfahrer MINI E
Wilhelm Kirchensteiner ist seit Dezember 2009 für vier Monate E.ON-Testfahrer. Der 59-jährige Berufschullehrer an der städtischen Berufsschule für elektrische Anlagen- und Gebäudetechnik in München ist ein Fan erneuerbarer Energien. Bei Elektrofahrzeugen schätzt er vor allem das "Auto fahren mit gutem Gewissen".
Herr Kirchensteiner, warum haben Sie sich bei E.ON als Testfahrer beworben? Woher kommt Ihr Interesse an Elektromobilität?
Ich bin schon sehr lange von Elektromobilität begeistert und überzeugt. Vor 30 Jahren habe ich ein kleines Elektroauto konstruiert und gebaut: Das war ein Fahrrad mit einem Anhänger, der selbst das Antriebsfahrzeug war. Solche Fahrzeuge sieht man heute noch zum Beispiel bei der Münchner Post.
Gleichzeit wurde ich Berufschullehrer im Bereich der Elektro- und Solartechnik.
Sie sehen, dass Thema elektrische Mobilität war schon immer zentraler Bestandteil meines Lebens. Und E.ON bot die einmalige Chance, ein aktuelles Elektrofahrzeug zu testen. Das fand ich ungeheuer reizvoll, und deshalb habe ich mich sofort beworben - und Glück gehabt, dass ich ausgewählt wurde.
Sie beschäftigen sich täglich mit erneuerbaren Energien. Nutzen Sie diese Technik auch privat?
Ich bin der Leiter des Bildungszentrums für Solartechnik der Landeshauptstadt München - das ist ein Fachbereich in der Berufsschule, in der ich arbeite. Das heißt ich bin der Energie- und Solarbeauftragte für ganz München. Diesen Fachbereich kann man nur unterrichten, wenn man selbst davon überzeugt ist und die Technologie auch selbst anwendet. Ich habe daheim sowohl eine Wärmepumpe im Keller als auch eine Pholtovoltaik- und Solarthermieanlage auf dem Dach. Ich speise selbst Strom aus Sonnenkraft ins Netz ein und trage dazu bei, unsere Umwelt zu schonen.
Kommen wir zurück zu Ihren Erfahrungen mit dem MINI E. Was können Sie zum Beispiel bezüglich der Reichweite sagen?
Sehr gut. Für den Nahverkehr, also bei einem täglichen Radius von 30-40 km ist es einfach toll. Am Anfang hatte ich bei weiteren Strecken, zum Beispiel nach Augsburg, ein bisschen Bammel, ob ich auch wieder nach Hause komme, weil die Reichweitenanzeige so schnell nach unten ging. Aber wenn man kleinere Pausen macht, oder langsamer fährt, erholt sich der Akku ganz schnell wieder und die Reichweite geht nach oben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Auto jetzt im Winter so bei circa 4 Grad durchaus 150 km lang fahren kann. Im Normalfall ist die Reichweite des MINI E für mich völlig ausreichend.
Wo laden Sie das Auto täglich auf?
Meistens lade ich das Auto zu Hause in meiner Garage über Nacht auf. Da habe ich zwar nur einen normalen 230 Volt-Anschluss, aber wenn ich morgens zur Arbeit fahre ist der Akku immer zu 100 Prozent aufgeladen. Das Tanken bei den E.ON-Ladestationen ist natürlich wesentlich schneller, weil hier Starkstrom fließt.
Wie sollte Ihrer Meinung nach die Strominfrastruktur für Elektroautos in Zukunft aussehen?
Also Ihre Tankstelle finde ich sehr gut. Sie ist einfach zu bedienen und hat auch eine relativ kurze Ladezeit im Vergleich zum Laden bei mir zu Hause. Vielleicht sollte sie nur in Zukunft ein bisschen kleiner ausfallen. Ich würde sagen eine Größe zwischen einen Parkuhr und Ihrer jetzigen Tankstelle wäre prima. Aber das sind nur Schönheitskorrekturen.
Können Sie sich vorstellen ein E-Auto auch privat zu kaufen?
Ja, absolut. In 2 Jahren wird mein bisheriger Zweitwagen vermutlich seinen Geist aufgeben. Dann werde ich mir stattdessen ein Elektroauto kaufen. Und wenn der Preis so liegt wie heute bei einem normalen Mittelklassewagen, also bis zu 30000 Euro, dann ist es mir die Sache auch wert.
