Einpreisen von CO2 - ein Preis für die Umwelt!
Das Einpreisen von CO2 ist ein notwendiger Schritt, um die Treibhausgasemissionen weltweit zu mindern. Es ist sogar der entscheidende Hebel, mit dem der Emissionshandel die CO2-mindernde Investitionen bewirken wird.
Ein Beispiel:
Um den Strom für seine Kunden zu produzieren, wird ein Kraftwerkbetreiber, der sowohl über ein Kohle-, als auch ein Gaskraftwerk verfügt, bei den derzeitigen Marktpreisen für Gas und Kohle stets das Kohlekraftwerk einsetzen, da Kohle einfach billiger ist.
Bild 1: Die roten Balken stellen die Produktionskosten von Strom mit den beiden Kraftwerkstypen dar. Da das Kohlekraftwerk unterhalb des Marktpreises liegt, wird es eingesetzt - nicht jedoch das Gaskraftwerk.
Doch Kohlekraftwerke haben höhere spezifische CO2-Emissionen als Gaskraftwerke. Bei gleicher Stromproduktion emittiert ein Kohlekraftwerk daher mehr CO2 als ein Gaskraftwerk.
Diese Situation wird durch den Emissionshandel entscheidend verändert:
Der CO2-Ausstoss erhält durch die Einpreisung einen benennbaren Marktwert und wird nun bei der Bestimmung des günstigsten Kraftwerks als relevante Größe mit eingerechnet. In unserem Beispiel ergibt die Rechnung daher einen Marktvorteil für das Gaskraftwerk. Durch diesen wirtschaftlichen Anreiz wird das beabsichtigte Ziel den CO2-Ausstoss zu verringern auf direktem Wege erreicht.
Also:
Wenn der Marktpreis für CO2 hoch genug ist, wird das umweltfreundlichere Kraftwerk eingesetzt.
Bild 2: Die grauen Balken zeigen die Änderung der Produktionskosten von Strom durch den CO2-Preis. Jetzt ist das Gaskraftwerk billiger - daher wird es eingesetzt und der CO2-Ausstoss verringert.
Eine Nichtberücksichtigung des Marktpreises würde bedeuten, dass wir wieder bei Bild 1 landen und das günstigere Kraftwerk, also das Kraftwerk mit dem höheren CO2-Ausstoss weiter eingesetzt wird.
Moderne Kohlekraftwerke verändern die oben beschriebene Situation, denn durch technische Verbesserungen ist es möglich, aus der gleichen Menge Kohle deutlich mehr Strom zu gewinnen und somit am Markt auch den Vergleich mit Gaskraftwerken zu bestehen. Diese technischen Verbesserungen der Kohlekraftwerke sind auch eine Folge des Marktpreises für CO2.
Außerdem verweisen die Bilder auf eine weitere Entwicklung: Der Strom wird teurer.
Diese Preissteigerung ist auch von Umweltschützern ein beabsichtigter Effekt. Denn so wird der Verbraucher angehalten sparsamer mit Strom umzugehen. Die Konsequenz: Je weniger Strom verbraucht wird, desto weniger laufen die Kraftwerke und der Ausstoß von CO2 wird natürlich reduziert.
Aber auch für neue, CO2-arme Kraftwerke ist der höhere Strompreis nicht unwichtig: Denn ein Kohle- oder Gaskraftwerk stößt umso weniger CO2 aus, je höher der Wirkungsgrad ist. Es kann auch mit der gleichen Menge Brennstoff und einer geringeren Menge an CO2-Emissionen mehr Strom produziert werden. Dieser höhere Wirkungsgrad verlangt Investitionen. Wenn also der Strompreis ausreichend hoch ist, können auch die technischen Verbesserungen zur nachhaltigen CO2 Reduktion in den Kraftwerken umgesetzt werden.
